Wie die Einstufung zustande kommt
Die Bewertungsgruppe wird im Begehungsverfahren auf der schiefen Ebene nach DIN 51130 ermittelt: Eine Prüfperson läuft auf dem mit Öl benetzten Belag, dessen Neigung schrittweise erhöht wird. Aus dem Neigungswinkel, bei dem sicheres Gehen endet, ergibt sich die Gruppe R9 bis R13. Der Verdrängungsraum wird getrennt bestimmt.
Nicht höher als nötig
Eine höhere R-Gruppe ist keine Sicherheitsreserve, sondern eine Reinigungsaufgabe. Je gröber das Profil, desto mehr Aufwand kostet es, die Fläche sauber zu bekommen – und eine verschmutzte Profilfläche ist am Ende rutschiger als ein sauberer, korrekt eingestufter Boden. Deshalb wird die Gruppe an der tatsächlichen Belastung ausgerichtet, nicht am Sicherheitsgefühl.
Mehrere Gruppen in einem Gebäude
In fast jedem Betrieb gelten mehrere Einstufungen nebeneinander. Der praktische Weg ist, ein Fliesenprogramm zu wählen, das die benötigten Gruppen abdeckt: gleiches Format, gleiche Aufbauhöhe, gleicher Farbton, unterschiedliche Ausführung. So bleibt die Fläche technisch und optisch eine Einheit.
Reinigungsverfahren mitplanen
Bei Ausführungen mit Verdrängungsraum muss die Reinigung das Profil erreichen. Schrubbautomaten oder Bürsten mit ausreichendem Anpressdruck gehören dann zur Planung. Wachshaltige Pflegemittel sind in allen Fällen ungeeignet: Sie bilden einen Film, der die Rutschhemmung aufhebt.