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Rutschhemmende Industriefliesen: R-Klassen richtig wählen

Die Rutschhemmung ist die einzige Eigenschaft eines Industriebodens, die in Deutschland arbeitsschutzrechtlich vorgegeben ist. Grundlage ist die DGUV Regel 108-003 „Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr" (früher BGR 181). Sie ordnet jedem Arbeitsbereich eine Bewertungsgruppe von R9 bis R13 zu – und wo gleitfördernde Stoffe anfallen, zusätzlich einen Verdrängungsraum.

Wichtig ist das Prinzip dahinter: Eingestuft wird nicht das Gebäude, sondern der Arbeitsbereich. In einer einzigen Halle können deshalb mehrere Gruppen nebeneinander gelten – vom Verkaufsraum mit R9 bis zur Fettverarbeitung mit R13 und V10.

Rutschhemmende Fliesenoberfläche mit Wassertropfen©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme
KI-generiertes Symbolbild – zeigt kein ausgeführtes Objekt.
KI-generiertes Symbolbild – zeigt kein ausgeführtes Objekt.
R9 bis R13Bewertungsgruppen nach DIN 51130
ab 4 cm³/dm³erst dann darf „V“ gekennzeichnet werden
R9 – R12/V8Ausführungen im VIGRANIT-Programm
im MaterialProfil nutzt sich nicht ab wie eine Einstreuung

Worauf es bei rutschhemmenden Böden ankommt

Der Arbeitsbereich bestimmt die GruppeMaßgeblich ist die Nutzung, nicht der Gebäudetyp. Küche, Spülraum und Speiseraum desselben Betriebs haben unterschiedliche Anforderungen.
Verdrängungsraum bei gleitfördernden StoffenWo Fett, Öl oder Späne dauerhaft anfallen, reicht die Profilierung nicht: Ein Verdrängungsraum nimmt die Stoffe unter der Gehebene auf. Gekennzeichnet wird er erst ab 4 cm³/dm³.
Reinigbarkeit als GegengewichtJe höher R-Gruppe und V-Wert, desto aufwendiger die Reinigung. Ein zu hoch gewählter Wert führt dazu, dass die Fläche nicht mehr sauber wird – und damit erst recht rutschig.
Dauerhaftigkeit der RutschhemmungBei Keramik steckt das Profil im Material und bleibt erhalten. Bei Beschichtungen entsteht es über eine Einstreuung, die sich mit der Zeit abläuft.
Übergänge planenWechselt die R-Gruppe zwischen zwei Bereichen, sollte das Material gleich bleiben. So entsteht kein Höhenversatz an der Tür – selbst eine Stolperstelle.
Barfußbereiche gesondertFür barfuß begangene Nassbereiche gilt nicht die R-Skala, sondern eine eigene Bewertung mit den Gruppen A, B und C.

Bewertungsgruppen im Überblick

R-Gruppen und typische Bereiche

GruppeTypische BereicheVerdrängungsraum
R9Eingangsbereiche innen, Treppen innen, Verkaufs- und Kundenräume, Pausenräume, Speiseräume, OP- und Stationsflure
R10Sanitär- und Umkleideräume, Lagerräume für verpackte Lebensmittel, Garagen ohne Witterungseinfluss, Auftau- und Aufwärmküchen
R11Getränkeabfüllung, Käsefertigung, mechanische Bearbeitungsbereiche, Instandsetzungs- und Wartungsräume, Küchen in Heimen und Schulenteils
R12Frischmilchverarbeitung, Großküchen in Mensen und Kliniken, Beizereien, Härtereien, Galvanik, Prüfgruben, Pumpenräume, nicht überdachte Laderampenhäufig V4
R13Schlachtung und Fleischzerlegung, Fischverarbeitung, Fettschmelzen, GemüsekonservenherstellungV6 bis V10

Werte nach der Unfallverhütungsvorschrift für Arbeitsräume mit Rutschgefahr (DGUV Regel 108-003, früher BGR 181). Verbindlich ist die Einstufung im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Das VIGRANIT-Programm deckt R9 bis R12 mit Verdrängungsraum V6 beziehungsweise V8 ab; für R13-Bereiche sind besonders profilierte Sicherheitskeramiken erforderlich.

Verdrängungsraum verstehen

KennzeichenVolumenTypischer Einsatz
ohne Vunter 4 cm³/dm³Bereiche ohne dauerhaft gleitfördernde Stoffe
V4ab 4 cm³/dm³Gastronomische Küchen, Spülräume, Aufbereitungsküchen, Laderampen im Freien
V6ab 6 cm³/dm³Geflügelverarbeitung, Rohwurst, Gemüsekonserven, Lagerräume für Öle und Fette
V8ab 8 cm³/dm³Fleischzerlegung, Wurstküche, Kochwurstabteilung
V10ab 10 cm³/dm³Schlachthaus, Kuttlerraum, Fischverarbeitung, Nassschleifbereiche

Der Verdrängungsraum ist das zur Gehebene hin offene Hohlraumvolumen unter der Oberfläche. Ein Belag darf das Kennzeichen „V“ erst führen, wenn dieses Volumen 4 cm³/dm³ überschreitet.

Produkte mit passender Rutschhemmung

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Digital erzeugte Darstellung auf Basis einer Originalaufnahme – Farbabweichungen zur Originalware sind möglich.

VIGRANIT® GROBKORN

Feinsteinzeug-Bodenfliesen
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Durchgefärbte Feinsteinzeug-Bodenfliesen mit grober Sprenkelung – 15 mm stark, in sechs Formaten, vier Farben und Rutschhemmungen von R9 bis R12/V8. Gemacht für extreme und dauerhafte Beanspruchung.

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Von der Gefährdungsbeurteilung zur Ausführung

Wie die Einstufung zustande kommt

Die Bewertungsgruppe wird im Begehungsverfahren auf der schiefen Ebene nach DIN 51130 ermittelt: Eine Prüfperson läuft auf dem mit Öl benetzten Belag, dessen Neigung schrittweise erhöht wird. Aus dem Neigungswinkel, bei dem sicheres Gehen endet, ergibt sich die Gruppe R9 bis R13. Der Verdrängungsraum wird getrennt bestimmt.

Nicht höher als nötig

Eine höhere R-Gruppe ist keine Sicherheitsreserve, sondern eine Reinigungsaufgabe. Je gröber das Profil, desto mehr Aufwand kostet es, die Fläche sauber zu bekommen – und eine verschmutzte Profilfläche ist am Ende rutschiger als ein sauberer, korrekt eingestufter Boden. Deshalb wird die Gruppe an der tatsächlichen Belastung ausgerichtet, nicht am Sicherheitsgefühl.

Mehrere Gruppen in einem Gebäude

In fast jedem Betrieb gelten mehrere Einstufungen nebeneinander. Der praktische Weg ist, ein Fliesenprogramm zu wählen, das die benötigten Gruppen abdeckt: gleiches Format, gleiche Aufbauhöhe, gleicher Farbton, unterschiedliche Ausführung. So bleibt die Fläche technisch und optisch eine Einheit.

Reinigungsverfahren mitplanen

Bei Ausführungen mit Verdrängungsraum muss die Reinigung das Profil erreichen. Schrubbautomaten oder Bürsten mit ausreichendem Anpressdruck gehören dann zur Planung. Wachshaltige Pflegemittel sind in allen Fällen ungeeignet: Sie bilden einen Film, der die Rutschhemmung aufhebt.

Häufige Fragen zur Rutschhemmung

Was bedeuten R9, R10, R11, R12 und R13?

Es sind Bewertungsgruppen für die rutschhemmende Wirkung nach DIN 51130, ermittelt im Begehungsverfahren auf der schiefen Ebene. R9 steht für die geringste, R13 für die höchste Rutschhemmung. Welche Gruppe für einen Arbeitsbereich erforderlich ist, legt die DGUV Regel 108-003 fest.

Was ist der Unterschied zwischen R-Wert und V-Wert?

Der R-Wert beschreibt die rutschhemmende Wirkung der Oberfläche, der V-Wert das Hohlraumvolumen unter der Gehebene, in das Fett, Öl oder Späne abfließen können. Beide werden getrennt geprüft. Ein Belag darf das Kennzeichen „V“ erst tragen, wenn das Volumen 4 cm³/dm³ überschreitet – daher die Stufen V4, V6, V8 und V10.

Kann ich einfach überall R12 nehmen, um sicherzugehen?

Davon ist abzuraten. Je höher die Gruppe, desto gröber die Oberfläche und desto aufwendiger die Reinigung. Eine nicht sauber zu bekommende Profilfläche ist im Ergebnis rutschiger als ein korrekt eingestufter Boden. Die Gruppe sollte deshalb der tatsächlichen Belastung entsprechen.

Nutzt sich die Rutschhemmung mit der Zeit ab?

Bei keramischen Fliesen praktisch nicht, weil die Profilierung Teil des Materials ist. Bei Beschichtungen wird die Rutschhemmung meist über eine Einstreuung erzeugt, die in Fahrspuren und Laufwegen mit der Zeit abgetragen wird.

Gilt die R-Skala auch für Barfußbereiche?

Nein. Für barfuß begangene Nassbereiche wie Duschen, Schwimmbäder und Umkleiden gibt es eine eigene Bewertung mit den Gruppen A, B und C. Die R-Skala gilt für Arbeitsräume, die mit Schuhwerk begangen werden.

©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme

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Andreas Kirchner - Rudex Import Export GmbH - Industriefiesen.de
Andreas Kirchner
Geschäftsführer
Bruchwiesen 10
21217 Seevetal
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