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Industriefliesen für Klärwerke und Entsorgungsanlagen

In Abwasserbehandlungsanlagen ist der Boden dauerhaft feucht, chemisch belastet und schlecht zugänglich für aufwendige Instandhaltung. Schwefelwasserstoff und saure Kondensate greifen Betonoberflächen an, Fette und Schlämme machen die Flächen glatt, und die Reinigung erfolgt meist mit Hochdruck.

Die Unfallverhütungsvorschrift stuft die Arbeitsbereiche dieser Anlagen durchgängig mit R12 ein – Pumpenräume, Räume für Rechenanlagen, Schlammentwässerung sowie Standplätze von Arbeitsplätzen, Arbeitsbühnen und Wartungspodesten. Keramisches Feinsteinzeug erfüllt das in der passenden Ausführung und bleibt gegen die anfallenden Medien beständig.

Was auf dieser Seite steht

Welche Bereiche mit R12 einzustufen sind, wogegen Fliese und Fuge beständig sein müssen und worauf es bei Gefälle, Sockeln und Hochdruckreinigung ankommt.

Pumpenraum einer Abwasseranlage mit säurebeständigem Fliesenboden©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme
KI-generiertes Symbolbild – zeigt kein ausgeführtes Objekt.
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R12durchgängig in den Arbeitsbereichen
Klasse ULAbeständig gegen Säuren und Laugen
0,03 – 0,20 %Wasseraufnahme bei Dauernässe
frostsicherauch in unbeheizten Anlagenteilen

Was der Boden in der Abwasserbehandlung leisten muss

Saure Kondensate und SchwefelwasserstoffIn Abwasseranlagen entstehen aggressive Kondensate, die Betonoberflächen angreifen. Keramik ist gegen Säuren beständig und bietet eine dichte, nicht saugende Nutzschicht.
Trittsicherheit auf Schlamm und FettSchlamm, Fette und Feststoffe machen Flächen glatt. Für Pumpenräume, Rechenanlagen, Schlammentwässerung und Arbeitsstandplätze ist R12 vorgesehen.
HochdruckreinigungGereinigt wird mit hohem Druck. Vollständig gefüllte, beständige Fugen und ein hohlraumfreier Verbund sind Voraussetzung, damit der Strahl den Belag nicht unterwandert.
Wartungsverkehr und GerätPumpen, Aggregate und Container werden über den Boden bewegt. 15 mm Stärke und ein tragfähiger Untergrund nehmen die punktuellen Lasten auf.
Unbeheizte AnlagenteileViele Bereiche sind nicht oder kaum beheizt. Frostbeständiges Material erlaubt einen durchgehenden Belag von Innenräumen bis zu überdachten Außenbereichen.
Instandhaltung mit langen IntervallenAnlagen laufen durch; Stillstände sind selten und kurz. Ein Belag, der über Jahrzehnte hält und sich abschnittsweise reparieren lässt, passt zu diesem Betriebsmodell.

Auswahlhilfe: Rutschhemmung und Beständigkeit

Geforderte Bewertungsgruppe in Abwasseranlagen

BereichBewertungsgruppeVerdrängungsraum
PumpenräumeR12
Räume für RechenanlagenR12
Räume für SchlammentwässerungsanlagenR12
Standplätze von Arbeitsplätzen, Arbeitsbühnen und WartungspodestenR12
LaborräumeR11
Werkstatt- und InstandsetzungsbereicheR11
Sanitär-, Umkleide- und WaschräumeR10
Betriebliche Gehwege im AußenbereichR11 oder R10V4 (bei R10)
Aufenthalts- und SchulungsräumeR9

Werte nach der Unfallverhütungsvorschrift für Arbeitsräume mit Rutschgefahr (DGUV Regel 108-003, früher BGR 181). Verbindlich ist die Einstufung im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung.

Beständigkeit im Anlagenbetrieb

MediumFlieseFugeHinweis
Saure Kondensate, SchwefelwasserstoffbeständigEpoxidharz erforderlichHauptursache für Betonkorrosion in Abwasseranlagen
Fette, Schlämme, organische Rückständebeständig, nicht saugendEpoxidharz empfohlenRutschgefahr über die Ausführung lösen
Alkalische Reiniger und DesinfektionbeständigEpoxidharz empfohlenkeine Imprägnierung nötig
Fällungs- und FlockungsmittelbeständigEpoxidharz erforderlichKonzentrationen vorab angeben
Flusssäurehaltige Reinigernicht beständigDürfen nicht eingesetzt werden

Für den konkreten Medienkatalog mit Konzentrationen und Temperaturen holen wir eine verbindliche Herstelleraussage ein – bei chemischer Dauerbelastung ist das der einzig belastbare Weg.

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Aufbau, Reinigung und Instandhaltung

Gefälle und Ablauf

In allen Arbeitsbereichen fällt Wasser an – aus dem Prozess, aus der Reinigung oder als Kondensat. Der Boden braucht deshalb ein durchgehendes Gefälle zu Rinnen oder Abläufen, die in das Fliesenraster eingeplant sind. Stehendes Wasser ist in diesen Anlagen nicht nur ein Rutschthema, sondern beschleunigt auch die chemische Belastung.

Sockel und Durchdringungen

Hohlkehlsockel verhindern, dass Medien hinter den Belag laufen. Durchdringungen für Rohrleitungen, Pumpenfundamente und Kabeltrassen werden dicht ausgeführt und mit dauerelastischen, medienbeständigen Fugen abgesetzt. Diese Details entscheiden über die Lebensdauer stärker als die Fliese selbst.

Hochdruckreinigung

Der Strahl eines Hochdruckreinigers findet jede Schwachstelle. Fugen müssen vollständig gefüllt und beständig sein, der Belag hohlraumfrei verlegt. Wo beides gegeben ist, ist die Hochdruckreinigung unproblematisch – sie ist in diesen Anlagen ohnehin das übliche Verfahren.

Instandhaltung im laufenden Betrieb

Abwasseranlagen lassen sich nicht abschalten. Keramische Böden können abschnittsweise erneuert werden, was zu den kurzen Wartungsfenstern passt. Sinnvoll ist eine eingelagerte Materialreserve, damit spätere Teilreparaturen ohne Farb- und Formatabweichung möglich bleiben.

Häufige Fragen zu Böden in Abwasseranlagen

Welche Rutschhemmung ist in Klärwerken gefordert?

Pumpenräume, Räume für Rechenanlagen, Räume für Schlammentwässerungsanlagen sowie Standplätze von Arbeitsplätzen, Arbeitsbühnen und Wartungspodesten sind mit R12 eingestuft. Laborräume und Werkstattbereiche verlangen R11, Sanitär- und Umkleideräume R10, Aufenthaltsräume R9. Verbindlich wird die Einstufung über Ihre Gefährdungsbeurteilung.

Hält Keramik den sauren Kondensaten stand?

Das Feinsteinzeug ist gegen Säuren und Laugen beständig (Klasse ULA nach ISO 10545-13) und nicht saugend. Damit bietet es eine dichte Nutzschicht über dem Beton, der von schwefelsauren Kondensaten sonst angegriffen wird. Entscheidend ist, dass die Fuge dieselbe Beständigkeit erreicht – also epoxidharzgebunden ausgeführt wird.

Verträgt der Boden Hochdruckreinigung?

Ja, wenn Fugen vollständig gefüllt und beständig sind und der Belag hohlraumfrei verlegt wurde. Der Hochdruckstrahl findet ansonsten jede offene Stelle und unterwandert den Belag. Bei fachgerechter Ausführung ist Hochdruckreinigung das übliche und unproblematische Verfahren.

Lässt sich der Boden im laufenden Anlagenbetrieb erneuern?

Abschnittsweise ja – passend zu den meist kurzen Wartungsfenstern. Ein Raum oder eine Teilfläche wird gesperrt und neu verlegt, während die Anlage weiterläuft. Voraussetzung sind aufgenommene Aufbauhöhen an Türen, Rinnen und Durchdringungen sowie eine eingelagerte Materialreserve.

©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme

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Andreas Kirchner - Rudex Import Export GmbH - Industriefiesen.de
Andreas Kirchner
Geschäftsführer
Bruchwiesen 10
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