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Industriefliesen für Brauereien und die Getränkeindustrie

Brauereien, Molkereien und Abfüllbetriebe stellen an den Boden eine seltene Kombination: Er ist praktisch permanent nass, wird mit heißer Lauge gereinigt, kommt mit Frucht- und Kohlensäure in Kontakt und muss dabei Gebindetransport und Palettenverkehr tragen. Restzucker macht Böden zusätzlich glatt und klebrig.

Keramisches Feinsteinzeug ist in diesen Betrieben seit Jahrzehnten der Standardbelag, weil es die chemische und die mechanische Seite gleichzeitig abdeckt: beständig gegen Säuren und Laugen, unempfindlich gegen Temperaturwechsel bei der CIP-Reinigung und belastbar genug für vollbeladene Paletten.

Was auf dieser Seite steht

Welche Rutschhemmung für Gärkeller, Abfüllung und Nassbereiche gefordert ist, wie der Boden mit Gefälle und Rinnen geplant wird und worauf es bei Fugen und Sockeln ankommt.

Abfüllhalle einer Brauerei mit gefliestem Nassbereich©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme
KI-generiertes Symbolbild – zeigt kein ausgeführtes Objekt.
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Klasse ULAbeständig gegen Säuren und Laugen
R10 / R11Lagerkeller und Abfüllung
0,03 – 0,20 %Wasseraufnahme – dauerhaft nassfest
15 mmStärke für Gebinde- und Palettenverkehr
thermoschockfestHeißreinigung auf gekühltem Boden

Was der Boden im Getränkebetrieb leisten muss

DauernässeIn Gär-, Lager- und Abfüllbereichen ist der Boden praktisch immer feucht. Ein nicht saugender Belag mit funktionierender Entwässerung ist Grundvoraussetzung – stehendes Wasser ist Hygienerisiko und Rutschgefahr zugleich.
Säuren, Laugen und RestzuckerFrucht- und Kohlensäure, alkalische Reinigungslaugen, Desinfektionsmittel und zuckerhaltige Rückstände greifen viele Beläge an. Keramik ist gegen Säuren und Laugen beständig, die Fuge muss es über den Fugenmörtel werden.
Heißreinigung und CIPReinigung mit heißem Wasser und Lauge trifft auf gekühlte Bereiche. Bei rund 1.000 °C gebranntes Feinsteinzeug nimmt diese Temperatursprünge auf, wenn der Aufbau hohlraumfrei ist.
Gebinde und PalettenverkehrVolle Fässer, Kästen und Paletten werden abgesetzt statt abgestellt. 15 mm Stärke und vollständig gefüllte Fugen nehmen die stoßartige Kantenbelastung auf.
HygieneanforderungenFür Räume, in denen Lebensmittel behandelt werden, verlangt die EU-Hygieneverordnung leicht zu reinigende, wasserundurchlässige und abriebfeste Böden. Unglasiertes Feinsteinzeug erfüllt das im Material.
Kühlbereiche und ÜbergängeVom Gärkeller über die Abfüllung bis zum Kühllager wechseln die Temperaturen. Frostbeständiger Belag kann durchlaufen, ohne dass an den Übergängen Materialwechsel entstehen.

Auswahlhilfe: Rutschhemmung und Aufbau

Geforderte Bewertungsgruppe im Getränkebetrieb

BereichBewertungsgruppeVerdrängungsraum
Lagerkeller, GärkellerR10
Getränkeabfüllung, FruchtsaftherstellungR11
Frischmilchverarbeitung einschließlich ButtereiR12
SpeiseeisfabrikationR12
Kühl- und Tiefkühlräume für verpackte WareR11
Kühl- und Tiefkühlräume für unverpackte WareR12
Lagerräume für verpackte LebensmittelR10
Laderampen, nicht überdachtR12V4
Laderampen, überdachtR11 oder R10V4 (bei R10)

Werte nach der Unfallverhütungsvorschrift für Arbeitsräume mit Rutschgefahr (DGUV Regel 108-003, früher BGR 181). Verbindlich ist die Einstufung im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung.

Bodenaufbau im Nassbereich

BauteilAnforderungAusführung
GefälleWasser muss vollständig ablaufen1,5 bis 2 % zur Rinne, im Fliesenraster geplant
Rinnenreinigbar, befahrbar, geruchssicherEdelstahlrinne mit Geruchsverschluss, Rinnenkante im Raster
Wandanschlusskein Winkel, in dem Rückstände bleibenHohlkehlsockel im gleichen Material
Fugenbeständig gegen Säure, Lauge und Heißwasserepoxidharzgebundener Fugenmörtel
MaschinenfundamenteSchwingungen von Füllern und Pumpenentkoppelt, mit dauerelastischer Randfuge
ÜbergängeKühl-, Nass- und TrockenbereicheBelag durchziehen, Ausführung je Bereich wechseln

In Getränkebetrieben ist die Entwässerung der Dreh- und Angelpunkt: Rinnenlage und Gefälle werden vor dem Fliesenraster festgelegt, damit an der meistbelasteten Stelle keine schmalen Passstücke stehen.

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Planung, Fugen und Reinigung

Entwässerung zuerst

In Gär-, Abfüll- und Reinigungsbereichen fließt täglich viel Wasser. Bevor das Fliesenraster festgelegt wird, stehen Rinnenlage, Abläufe und Gefälle fest – sonst entstehen Passstücke genau dort, wo mit Hochdruck gereinigt wird. Übliche Gefälle liegen bei 1,5 bis 2 Prozent zur Rinne.

Fugen als begrenzender Faktor

Kohlensäure, Fruchtsäure, alkalische Reinigungslauge und Desinfektionsmittel greifen zementäre Fugen an. Sie werden mürbe, rau und damit schwerer zu reinigen. In Produktionsbereichen gehört deshalb ein epoxidharzgebundener Fugenmörtel eindeutig in die Ausschreibung, nicht als Alternativposition.

Sockel und Maschinenfundamente

Hohlkehlsockel verhindern, dass Wasser hinter den Belag läuft, und lassen sich rückstandsfrei reinigen. Füller, Pumpen und Verpackungsmaschinen erzeugen Schwingungen – ihre Fundamente werden vom Belag entkoppelt und mit dauerelastischer Randfuge abgesetzt.

Reinigung

Feuerversiegelte Oberflächen brauchen keine Imprägnierung. Für die Reinigung eignen sich nicht rückfettende, alkalische Reiniger; wachshaltige Pflegemittel bilden Filme, die Rutschgefahr erzeugen und Zuckerreste binden. Flusssäurehaltige Reiniger dürfen nicht eingesetzt werden.

Häufige Fragen zu Böden in Getränkebetrieben

Welche Rutschhemmung ist in Brauerei und Abfüllung gefordert?

Lagerkeller und Gärkeller sind mit R10 eingestuft, Getränkeabfüllung und Fruchtsaftherstellung mit R11. Für Frischmilchverarbeitung und Speiseeisfabrikation gilt R12, für Kühlräume R11 bei verpackter und R12 bei unverpackter Ware. Verbindlich wird die Einstufung über Ihre Gefährdungsbeurteilung.

Verträgt der Boden Reinigung mit heißer Lauge?

Ja. Das Feinsteinzeug ist gegen Laugen beständig (Klasse ULA) und thermoschockfest, weil es bei rund 1.000 °C gebrannt wurde. Voraussetzung ist ein hohlraumfreier Aufbau – Lufteinschlüsse unter der Fliese führen bei Temperatursprüngen zu Spannungen.

Was macht Restzucker mit dem Boden?

Zuckerhaltige Rückstände sind vor allem ein Rutsch- und Hygienethema, kein Materialproblem: Die Fliese nimmt nichts auf. Wichtig sind ausreichende Rutschhemmung, funktionierende Entwässerung und eine Fuge, die sich vollständig reinigen lässt – also epoxidharzgebunden statt zementär.

Gelten für Getränkebetriebe Hygienevorgaben an den Boden?

Ja. Die EU-Lebensmittelhygieneverordnung verlangt für Räume, in denen Lebensmittel behandelt werden, Bodenbeläge, die instand zu halten, leicht zu reinigen und erforderlichenfalls zu desinfizieren sind – aus wasserundurchlässigen, nicht absorbierenden, abriebfesten Materialien. Unglasiertes Feinsteinzeug erfüllt diese Eigenschaften; entscheidend ist das Gesamtsystem aus Fliese, Fuge, Sockel und Entwässerung.

Hält der Boden Fässer und volle Paletten aus?

Ja, bei 15 mm Stärke und hohlraumfreier Verlegung. Kritisch ist weniger das Gewicht als der Kantenaufprall beim Absetzen. Vollständig gefüllte Fugen und ein tragfähiger Untergrund sind dafür wichtiger als jede Materialkennzahl.

©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme

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Andreas Kirchner - Rudex Import Export GmbH - Industriefiesen.de
Andreas Kirchner
Geschäftsführer
Bruchwiesen 10
21217 Seevetal
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