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Industriefliesen für Großküchen

In Großküchen treffen drei Dinge zusammen, die einzeln schon anspruchsvoll sind: Fett, Wasser und Hitze. Auf dem Boden landen Öl aus der Fritteuse, Fond, Spülwasser und Speisereste; gereinigt wird mehrmals täglich mit alkalischen Schaumreinigern und heißem Wasser. Ausrutschen ist in Küchenbetrieben die häufigste Unfallursache – deshalb ist die Rutschhemmung hier nicht Empfehlung, sondern für jeden Küchentyp vorgeschrieben.

Keramische Bodenfliesen sind in Großküchen seit Jahrzehnten Standard, weil sie beides können: Sie nehmen Fett nicht auf und lassen sich mit heißem Wasser und Desinfektionsmitteln reinigen, ohne dass die Oberfläche leidet. Anders als Beschichtungen verlieren sie ihre Rutschhemmung nicht durch Verschleiß – das Profil steckt im Material, nicht in einer Einstreuung.

Was auf dieser Seite steht

Welche Bewertungsgruppe Ihr Küchentyp braucht – von der Hotelküche über die Mensa bis zum Spülraum –, was der Boden zusätzlich aushalten muss und worauf es bei Gefälle, Rinnen und Sockel ankommt.

Großküche mit gefliestem Boden und Bodenrinne©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme
KI-generiertes Symbolbild – zeigt kein ausgeführtes Objekt.
KI-generiertes Symbolbild – zeigt kein ausgeführtes Objekt.
R12 mit V8höchste lieferbare Ausführung im Standardprogramm
0,03 – 0,20 %Wasseraufnahme – nimmt kein Fett auf
Klasse ULAbeständig gegen Säuren, Laugen und Reiniger
15 mmStärke für Rollwagen und Kombidämpfer

Was der Boden in einer Großküche leisten muss

Fett und Nässe gleichzeitigEin Fettfilm auf nassem Boden ist die gefährlichste Kombination in der Küche. Ab einer bestimmten Belastung reicht die Rutschhemmung allein nicht – dann kommt der Verdrängungsraum hinzu, der das Fett unter die Gehebene ableitet.
Heißreinigung und TemperatursprüngeFettlöser wirken erst warm: Gereinigt wird mit 60 bis 80 °C. Direkt daneben liegen Kühl- und Tiefkühlräume. Feinsteinzeug nimmt diese Sprünge auf, wenn es hohlraumfrei verlegt ist.
Punktlast durch Geräte und RollwagenKombidämpfer, Kippbratpfannen und volle Speisenwagen bringen erhebliche Lasten auf kleine Aufstandsflächen – und werden über den Boden gerollt. 15 mm starke Fliesen sind dafür ausgelegt.
Reinigung und DesinfektionDer Boden wird täglich mit alkalischen Schaumreinigern behandelt und muss desinfizierbar sein. Feuerversiegelte Oberflächen brauchen keine Imprägnierung und bilden keinen Pflegefilm, auf dem Fett haftet.
Entwässerung ohne stehendes WasserRinnen und Gefälle sind in der Küche Pflicht. Sie gehören vor dem Fliesenraster geplant, damit an der Rinne keine schmalen Passstücke stehen – genau dort wird täglich geschrubbt.
Übergänge zwischen den BereichenKochbereich, Spülraum, Ausgabe und Speiseraum haben unterschiedliche Anforderungen – von R12 mit Verdrängungsraum bis R9. Mit einem Fliesenprogramm in verschiedenen Ausführungen bleibt die Fläche optisch eine Einheit.

Auswahlhilfe: Rutschhemmung, Format und Aufbau

Geforderte Bewertungsgruppe nach Küchentyp

BereichBewertungsgruppeVerdrängungsraum
Gastronomische Küche bis 100 Gedecke je TagR11V4
Gastronomische Küche über 100 Gedecke je TagR12V4
Gemeinschaftsverpflegung in Heimen, Schulen, Kitas, SanatorienR11
Gemeinschaftsverpflegung in Krankenhäusern und KlinikenR12
Großküchen in Mensen, Kantinen, FernküchenR12
Aufbereitungsküchen (Fast Food, Imbiss)R12V4
Auftau- und AufwärmküchenR10
Kaffee- und Teeküchen, Stationsküchen, Hotels GarniR10
Spülräume zu Gastronomie-, Groß- und AufbereitungsküchenR12V4
Spülräume zu Heim-, Schul- und Kita-KüchenR11
Spülräume zu KrankenhausküchenR12
Speiseräume, Gaststätten, Kantinen inkl. BedienungsgängeR9

Werte nach der Unfallverhütungsvorschrift für Arbeitsräume mit Rutschgefahr (DGUV Regel 108-003, früher BGR 181), Gruppe 9 „Küchen, Speiseräume“. Verbindlich ist die Einstufung im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung.

Formatwahl in der Küche

FormatStück/m²Eignung
200 × 200 mmca. 24Standard im Küchenbereich – einzige Formatgruppe mit R11, R12 und Verdrängungsraum V8
200 × 100 mmca. 50Für stark geneigte Flächen und enge Zuschnitte um Rinnen und Geräte
300 × 300 mmca. 11Ausgabe, Lager und Nebenräume mit R9 oder R10
400 × 400 mmca. 6,25Speiseräume und repräsentative Flächen ohne erhöhte Rutschgefahr

In Bereichen mit Gefälle und Rinnen sind kleine Formate im Vorteil: Sie folgen der Neigung sauberer, und der höhere Fugenanteil erhöht zusätzlich die Trittsicherheit.

Worauf es beim Aufbau ankommt

BauteilAnforderungAusführung
Gefällekein stehendes Wasser, kein Fettsee1,5 bis 2 % zur Rinne, vor dem Fliesenraster festgelegt
Rinnenreinigbar, geruchssicher, befahrbarEdelstahlrinne mit Geruchsverschluss, Rinnenkante im Fliesenraster
Wandanschlusskeine Ecke, in der Fett stehen bleibtHohlkehlsockel im gleichen Material
Fugenbeständig gegen Fett, Reiniger, Heißwasserepoxidharzgebundener Fugenmörtel
Untergrundtragfähig unter Geräten und Rollverkehrhohlraumfreie Verlegung, tragfähiger Estrich
Türschwellenkein Materialwechsel an der NahtstelleBelag durchlaufen lassen, R-Klasse bereichsweise wechseln

Die häufigsten Mängel in Küchen betreffen nicht die Fliese, sondern Anschlüsse: fehlendes Gefälle, geschnittene Sockel statt Hohlkehle und zementäre Fugen.

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Planung, Ausführung und Reinigung

Planung: erst die Entwässerung, dann das Raster

In der Küche steht die Technik zuerst: Wo stehen Kombidämpfer, Kippbratpfanne und Spülmaschine, wo laufen Rinnen, wo liegen die Abläufe? Aus dieser Anordnung ergeben sich Gefälle und Fliesenraster. Wird umgekehrt vorgegangen, entstehen an den Rinnen schmale Passstücke – ausgerechnet an der Stelle, an der täglich mit Bürste und Hochdruck gearbeitet wird.

Ein Programm, mehrere Ausführungen

Küche, Spülraum und Ausgabe brauchen unterschiedliche Bewertungsgruppen. Statt für jeden Bereich ein anderes Produkt zu wählen, lässt sich dieselbe Fliesenserie in unterschiedlichen Ausführungen einsetzen: R12 mit Verdrängungsraum im Koch- und Spülbereich, R10 in der Ausgabe, R9 im Speiseraum. Format und Farbton bleiben gleich, die Fläche wirkt als Einheit, und Ersatzmaterial passt überall.

Verdrängungsraum und Reinigung

Ein Verdrängungsraum nimmt Fett und Flüssigkeit unter der Gehebene auf – das erhöht die Sicherheit, verlangt aber ein Reinigungsverfahren, das auch das Profil erreicht. Sinnvoll sind Schrubbautomaten oder Bürsten mit ausreichendem Anpressdruck; ein feuchtes Wischtuch reicht nicht. Wo die Vorschrift keinen Verdrängungsraum verlangt, sollte er auch nicht eingebaut werden: Er macht die Reinigung aufwendiger, ohne Sicherheit hinzuzugewinnen.

Reinigungsmittel

Für die tägliche Reinigung eignen sich alkalische, nicht rückfettende Fettlöser. Wachshaltige Pflegemittel sind in der Küche besonders kritisch: Sie bilden einen Film, auf dem Fett haftet und der die Trittsicherheit deutlich verringert. Flusssäurehaltige Reiniger zerstören die Fliesenoberfläche und dürfen nicht eingesetzt werden.

Sanierung ohne langen Stillstand

Küchen lassen sich selten wochenlang schließen. Keramische Böden können abschnittsweise erneuert werden – etwa der Spülbereich in den Betriebsferien, der Kochbereich im nächsten Schritt. Wichtig ist, Aufbauhöhen an Türen, Rinnen und Geräteanschlüssen vorher aufzunehmen und eine Materialreserve einzuplanen.

Häufige Fragen zu Böden in Großküchen

Welche Rutschhemmung ist in einer Großküche vorgeschrieben?

Das hängt vom Küchentyp ab. Gastronomische Küchen bis 100 Gedecke je Tag verlangen R11 mit Verdrängungsraum V4, über 100 Gedecke R12 mit V4. Großküchen in Mensen, Kantinen und Fernküchen sowie Krankenhausküchen sind mit R12 eingestuft, Küchen in Heimen, Schulen und Kitas mit R11. Spülräume folgen der zugehörigen Küche: R12 mit V4 bei Gastronomie- und Großküchen, R11 bei Heim- und Schulküchen. Speiseräume und Bedienungsgänge genügen mit R9. Verbindlich wird die Einstufung über Ihre Gefährdungsbeurteilung.

Was bedeutet V4 hinter der R-Klasse?

V4 steht für einen Verdrängungsraum von mindestens 4 cm³/dm³ – das ist das offene Hohlraumvolumen unter der Gehebene, in das Fett und Flüssigkeit abfließen können, statt als Gleitfilm unter der Sohle zu bleiben. Erst ab diesem Wert darf ein Belag überhaupt mit „V“ gekennzeichnet werden. Je höher der Wert, desto aufwendiger die Reinigung – deshalb wird er nur dort eingesetzt, wo die Vorschrift ihn verlangt.

Sind Fliesen in der Küche nicht zu rutschig?

Das kommt auf die Ausführung an. Bodenfliesen für Küchen werden nicht glatt, sondern in der geforderten Bewertungsgruppe ausgeführt – im Standardprogramm bis R12 mit Verdrängungsraum V8. Anders als bei Beschichtungen, deren Rutschhemmung über eine Einstreuung erzeugt wird und sich mit der Zeit abläuft, steckt das Profil bei Keramik im Material und bleibt über die gesamte Nutzungsdauer erhalten.

Wie wird der Boden an die Wand angeschlossen?

Mit einem Hohlkehlsockel: Der Übergang zwischen Boden und Wand wird gerundet ausgeführt, sodass kein Winkel entsteht, in dem sich Fett und Reinigungswasser sammeln. Passende Hohlkehlsockel und Riemchen gibt es im selben Material und Farbton wie den Bodenbelag. Ein geschnittener Sockel aus Bodenfliesen ist in Küchen keine gleichwertige Lösung.

Welcher Fugenmörtel gehört in eine Großküche?

Ein epoxidharzgebundener Fugenmörtel. Zementäre Fugen werden von Fetten, alkalischen Reinigern und Heißwasser angegriffen, werden mürbe und rau und lassen sich dann schlechter reinigen. Die Fuge ist in der Küche fast immer der begrenzende Faktor, nicht die Fliese.

Kann der Boden im laufenden Betrieb erneuert werden?

Abschnittsweise ja. Üblich ist, Spülbereich, Kochbereich und Ausgabe nacheinander zu sanieren – oft in Betriebsferien oder über verlängerte Wochenenden. Wichtig sind vorher aufgenommene Aufbauhöhen an Türen, Rinnen und Geräteanschlüssen, damit die Anschlusspunkte am Ende zusammenpassen.

©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme

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Andreas Kirchner - Rudex Import Export GmbH - Industriefiesen.de
Andreas Kirchner
Geschäftsführer
Bruchwiesen 10
21217 Seevetal
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