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Industriefliesen für Kühlhäuser und Tiefkühlbereiche

Im Kühlhaus arbeitet der Boden dauerhaft dort, wo andere Beläge nur gelegentlich hinkommen: bei Minusgraden, unter ständiger Feuchtigkeit und mit Temperatursprüngen bei jedem Öffnen der Tore. Kondensat und Reif setzen sich ab, tauen an und gefrieren wieder – ein Zyklus, der saugende Beläge zerstört.

Keramisches Feinsteinzeug nimmt mit 0,03 bis 0,20 Prozent praktisch kein Wasser auf und ist nach ISO 10545-12 frostbeständig. Damit gibt es nichts, was gefrieren und absprengen könnte. Derselbe Belag kann von der Produktion über den Kühlraum bis zur Rampe durchlaufen – ohne Materialwechsel an der Schwelle, an der sonst Kondensat ansetzt.

Was auf dieser Seite steht

Welche Rutschhemmung für Kühl- und Tiefkühlräume gefordert ist, was Reifbildung und Tauzyklen für den Aufbau bedeuten und worauf es bei Toren, Sockeln und Entwässerung ankommt.

Kühlhaus mit frostbeständigem keramischem Bodenbelag©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme
KI-generiertes Symbolbild – zeigt kein ausgeführtes Objekt.
KI-generiertes Symbolbild – zeigt kein ausgeführtes Objekt.
frostsichernachgewiesen nach ISO 10545-12
0,03 – 0,20 %Wasseraufnahme – nichts kann gefrieren
R11 / R12verpackte bzw. unverpackte Ware
15 mmStärke für Stapler im Tiefkühlbereich
Klasse ULAbeständig gegen Reinigung und Desinfektion

Was der Boden im Kühlbereich leisten muss

Dauerfrost und TauzyklenReif taut beim Toröffnen an und gefriert wieder. Ein Belag, der Wasser aufnimmt, wird dabei zerstört. Feinsteinzeug ist praktisch nicht saugend und nachweislich frostbeständig.
Rutschsicherheit auf Eis und KondensatKondensat auf kaltem Boden ist tückisch, weil es kaum sichtbar ist. Für Kühlräume mit unverpackter Ware ist R12 vorgesehen, für verpackte Ware R11.
Torbereiche und TemperatursprüngeAn Schnelllauftoren treffen Minusgrade und Hallenluft aufeinander. Der Belag sollte durchlaufen; in die Torachse gehört eine Bewegungsfuge, weil sich beide Bereiche unterschiedlich dehnen.
Staplerverkehr bei MinusgradenKalte Rollen sind hart, das Material spröder. 15 mm Stärke, hohlraumfreie Verlegung und vollständig gefüllte Fugen sind hier wichtiger als in der beheizten Halle.
Reinigung im KaltbereichGereinigt wird meist im abgetauten Zustand, oft mit Desinfektionsmitteln. Die nicht saugende Oberfläche lässt sich rückstandsfrei reinigen und nimmt keine Gerüche auf.
Entwässerung des TauwassersAbtauwasser muss gezielt abgeführt werden, ohne im Raum zu gefrieren. Gefälle, beheizte Rinnen und Abläufe gehören in die Planung des Kälteanlagenbauers.

Auswahlhilfe: Rutschhemmung und Ausführung

Geforderte Bewertungsgruppe im Kühlbereich

BereichBewertungsgruppeVerdrängungsraum
Kühlräume, Tiefkühlräume, Kühlhäuser für unverpackte WareR12
Kühlräume, Tiefkühlräume, Kühlhäuser für verpackte WareR11
Lagerräume für verpackte LebensmittelR10
Lagerräume für Öle und FetteR12V6
Kommissionier- und PackbereicheR9
Laderampen, überdachtR11 oder R10V4 (bei R10)
Laderampen, nicht überdachtR12V4

Werte nach der Unfallverhütungsvorschrift für Arbeitsräume mit Rutschgefahr (DGUV Regel 108-003, früher BGR 181). Verbindlich ist die Einstufung im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung.

Aufbau im Kühl- und Tiefkühlbereich

BauteilAnforderungAusführung
Dämmung und AufbauKältebrücken vermeiden, tragfähig bleibenAufbau nach Vorgabe des Kälteplaners, Belag im Verbund darüber
Bewegungsfugengroße Temperaturdifferenz aufnehmenengeres Feldraster als in der beheizten Halle
TorachseÜbergang kalt/warmBewegungsfuge in der Schwellenachse, Belag durchlaufend
SockelKondensat darf nicht hinter den BelagHohlkehlsockel, Abdichtung hochgezogen
Abtauwassergezielt ableiten, nicht gefrieren lassenGefälle zum Ablauf, beheizte Rinne nach Anlagenplanung
Fugenbeständig gegen Reiniger und Desinfektionepoxidharzgebundener Fugenmörtel

Der Bodenaufbau im Kühlhaus ist Teil der Kälteplanung: Dämmstärke, Dampfsperre und Aufbauhöhe bestimmen, was oberhalb möglich ist. Der Belag wird darauf abgestimmt, nicht umgekehrt.

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Aufbau, Übergänge und Betrieb

Der Belag ist Teil der Kälteplanung

Im Kühlhaus liegt unter dem Boden ein Dämmpaket mit Dampfsperre; darüber folgt der lastverteilende Aufbau und erst dann der Belag. Diese Reihenfolge bestimmt die Aufbauhöhe an Toren und Rampen. Deshalb gehört die Wahl des Bodenbelags früh in die Planung mit dem Kälteanlagenbauer – nachträglich lässt sich eine fehlende Aufbauhöhe kaum korrigieren.

Bewegung durch Temperatur

Zwischen einem Tiefkühlraum bei minus 24 Grad und der angrenzenden Halle liegen leicht 45 Kelvin. Solche Unterschiede verlangen ein engeres Feldraster als in beheizten Bereichen und eine Bewegungsfuge genau in der Torachse. Wo das fehlt, zeigt sich die Spannung zuerst an den Fugen im Türbereich.

Kondensat und Sockel

Feuchte Hallenluft, die auf kalte Flächen trifft, schlägt sich nieder. Ein Hohlkehlsockel mit hochgezogener Abdichtung verhindert, dass Kondensat hinter den Belag läuft und dort gefriert. Gleichzeitig lässt sich der gerundete Übergang bei der Reinigung vollständig erreichen.

Reinigung

Gereinigt wird üblicherweise beim Abtauen. Die nicht saugende Oberfläche nimmt weder Wasser noch Gerüche auf und lässt sich mit den üblichen Desinfektionsmitteln behandeln. Für die Fugen gilt auch hier: epoxidharzgebunden, damit Reiniger und Desinfektion sie nicht angreifen.

Häufige Fragen zu Böden in Kühlhäusern

Halten Fliesen dauerhaften Frost aus?

Ja. Entscheidend ist die Wasseraufnahme: Sie liegt beim Feinsteinzeug bei 0,03 bis 0,20 Prozent, die Frostbeständigkeit ist nach ISO 10545-12 nachgewiesen. Weil praktisch kein Wasser in den Scherben gelangt, kann auch nichts gefrieren und absprengen – der Mechanismus, an dem saugende Beläge im Kühlbereich scheitern.

Welche Rutschhemmung ist im Kühlraum gefordert?

Für Kühl- und Tiefkühlräume mit unverpackter Ware ist R12 vorgesehen, für verpackte Ware R11. Angrenzende Lagerräume für verpackte Lebensmittel genügen mit R10, Kommissionier- und Packbereiche mit R9. Verbindlich wird die Einstufung über Ihre Gefährdungsbeurteilung.

Kann der Belag vom Kühlraum in die Halle durchlaufen?

Ja, und das ist die bessere Lösung: kein Materialwechsel, keine Kante, an der Paletten hängen bleiben oder Kondensat ansetzt. Gewechselt wird nur die Ausführung – etwa R12 im Kühlraum für unverpackte Ware, R10 im angrenzenden Trockenlager. In die Torachse gehört eine Bewegungsfuge.

Was ist beim Aufbau zu beachten?

Der Bodenaufbau im Kühlhaus umfasst Dämmung, Dampfsperre und lastverteilende Schicht; der Belag kommt darüber. Diese Abfolge bestimmt die Aufbauhöhe an Toren und Rampen und gehört früh mit dem Kälteanlagenbauer abgestimmt. Zusätzlich ist ein engeres Bewegungsfugenraster nötig als in beheizten Bereichen.

Wie wird im Kühlbereich gereinigt?

Üblicherweise im abgetauten Zustand mit nicht rückfettenden Reinigern und den betriebsüblichen Desinfektionsmitteln. Die Oberfläche ist nicht saugend, nimmt keine Gerüche an und braucht keine Imprägnierung. Wachshaltige Pflegemittel und flusssäurehaltige Reiniger sind ungeeignet.

©KI-generiertes Symbolbild – keine Originalaufnahme

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Andreas Kirchner - Rudex Import Export GmbH - Industriefiesen.de
Andreas Kirchner
Geschäftsführer
Bruchwiesen 10
21217 Seevetal
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